Montag, 10. September 2012

Die unperfekte Perfektionistin

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Perfektionismus ist (m)ein Fluch.
Es ist das ständige Gefühl nicht zu reichen, nicht gut genug zu sein.
Solang ich mich erinnern kann, steht mein Perfektionismus mir immer im Weg.
Das war schon seit ich 10 Jahre alt war so. In der Grundschule fiel mir noch alles zu. Ich war die Beste. (Ich versuche manchmal mich zu erinnern, ob meine Eltern mir Stolz gezeigt haben. Ich glaube nicht sehr oft. Vielleicht hat mich dieses "die guten Leistungen als selbstverständlich sehen" in diesen Perfektionismus gedrängt.)
Als dann die Oberschule kam, änderte sich alles... Auf der Eliteschule mit extra kurzer Schulzeit, da war ich mit meinem IQ von 124 nichts besonderes mehr, einfaches Mittelmaß... Nicht schlecht, nicht gut. Aber das reicht nunmal nicht mehr in unserer Gesellschaft. Früher war man mit einem Abitur noch der King, es standen alle Türen offen. Heute kriegt man mit einem eigentlich ja ganz gutem NC von 2,2 nicht mal mehr einen Studienplatz ohne Wartezeiten und Umzug in Arschlochstädte.
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Ritalin und Burn-Out zum Alltag gehören wie das wechselnde Wetter. Und das alles nur, um am Ende einen mittelmäßigen Job zu bekommen in dem man doch nicht glücklich wird.
Und da sind wir wieder. Beim Mittelmaß.
Ich bin Mittelmaß. Wenn ich etwas mache, ist es nie gut genug, reicht nie aus, ist immer zu wenig - zumindest für mich selbst. Stolz auf Leistungen, die ich erbracht habe? Fehlanzeige.
Ich glaube ich bin wie einer dieser alten Dichter. Die manchmal Jahre an Werken und Tage an einem Satz saßen, bis er so perfekt war, dass sie damit zufrieden sein konnten. Darin finde ich mich ein wenig wieder. Aber diese Art von Perfektionismus wird nicht mehr wertgeschätzt in unserer Gesellschaft. Es geht um Konsum, Konsum, alles ist so schnell. Unsere Wegwerfgesellschaft. Wo bleiben die Künste? Die Wertschätzung für geistigen Reichtum?
Früher waren Philosophen hochangesehene Menschen, heute wird man nach einem Philosophiestudium höchstens Taxifahrer.
Ich kann alles ein wenig, vieles vermutlich auch besser, als manch andere, aber es reicht nie aus. Sobald ich merke, dass ich nicht die Beste bin und auch nicht sein werde, bekomme ich den starken Drang es einfach ganz zu lassen. Alles oder nichts. (Ist das nicht eigentlich ziemlich arm?)
Ich erinnere mich da zB an mein Ballett. Ich habe es geliebt, aber ich war nicht so talentiert, dass ich was damit hätte erreichen können. Also habe ich es wieder gelassen.
Ich erinnere mich an manche Prüfung. Ich habe gelernt gelernt, aber vermutet, dass ich eh nur eine 2 oder 3 schreibe. Also habe ich es gelassen, mich krank schreiben lassen.
Ich erinnere mich an meine Pläne abzunehmen, und wo hat mich mein Perfektionismus hingebracht? In die Uniklinik für Esstörungen, weil ich nicht nur dünn, sondern - wie ja immer - die Beste, also in diesem Fall die Dünnste sein wollte.
Der ewige Perfektionismus regiert mein Leben und lähmt mich in meinem Tun. Und ich kann (und will?) ihn nicht ablegen. Ich werde einen Weg finden müssen, wie ich mit ihm leben kann und vielleicht Nutzen aus ihm schlagen kann. Aber der Weg ist noch lang.
Und ich fange jetzt damit an, indem ich diesen Post veröffentliche, obwohl ich ihn doch schon wieder nur so mittelmäßig finde... (Und die Wahrheit ist, dass ich ihn 5 Min. später doch nochmal überarbeitet habe... :P Was für ein Versagen.)

Samstag, 8. September 2012

Vom Laster nicht Vergessen zu können.

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Jetzt bist du feiern. Alleine, 500 Km entfernt von mir, mit deinen Jungs. Bestimmt bist du betrunken, vielleicht noch auf Drogen. Und du schreibst mir um kurz nach Eins eine SMS, die Party sei der Hammer.
Toll. Ich sitze hier allein zu Hause, nach 2 Wochen am Stück mit dir. Ich fühle mich verdammt einsam und vermiss dich schon.
Ich würde dir gerne sagen, was ich denke, was ich fühle. Aber wenn ich das mache, bist du eh nur wieder genervt, vielleicht sogar sauer, weil du es nicht verstehen kannst. Es ist doch alles geklärt, vergeben.. Aber vergessen? Du sagst mir, ich sei dir zu wichtig, als dass das nochmal vorkommen würde... Aber was war damals? War ich dir da nicht wichtig genug?
Du würdest vermutlich nur sagen, ich soll nicht "eifersüchtig" sein, dabei ist es doch nur die Angst dich zu verlieren, dir nicht zu reichen.
Eigentlich möchte ich gar nicht mehr daran denken, aber es kommt automatisch alles wieder hoch. Jedes Mal, wenn du alleine weggehst und ich weiß, dass du trinken wirst. Ich muss einfach dran denken, an den einen Abend, der alles kaputt gemacht hat. Und das alles vor deinen Freunden, obwohl du doch schon mich hattest, und sie alle von uns wussten. Wie lächerlich du  mich gemacht hast.
Du warst betrunken, sehr betrunken... Entschuldigt es das? Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Irgendwie ein bisschen. (ist das dumm?) Scheiß Alkohol.
Es ist so leicht dir zu verzeihen, weil ich doch so verliebt in dich bin und du mir so toll erscheinst, mich immer wieder auf Händen trägst. Aber vergessen kann ich nicht, dazu hat es zu sehr geschmerzt.
All diese Gedanken mache ich mir, merke, dass ich die Tränen zurückhalten muss bei dem Gedanken an diese ganze Geschichte.
Und dann kommt deine SMS: "Das war ironisch. Ist voll kacke hier und ich bin Fahrer"
Und du sagst mir damit auf deine Art, dass ich mir keine Sorgen machen brauche. Und irgendwie ist dann wieder alles gut. Weil du du selbst bist. Und ich DIR vertraue.